Raumakustik planen und verbessern – in Berlin und überregional

Wie ein Raum klingt, entscheidet darüber, wie er für seinen jeweiligen Zweck geeignet ist. Davon hängt ab, wie verständlich Sprache ankommt, wie konzentriert gearbeitet werden kann, ob er als musikalisch wahrgenommen wird und ob gute Abhörbedingungen für Musik, Sprache oder Film herrschen, und ganz allgemein, wie angenehm sich ein Aufenthalt anfühlt. Eine durchdachte Raumakustik schafft genau diese Qualität, vom ersten Konzept bis zur baulichen Umsetzung.

Überblick

Räume klingen selten von allein gut. Ob Büro, Restaurant, Schule, Besprechungsraum oder Konzertsaal, die akustische Qualität im Inneren bestimmt, ob Gespräche oder musikalische Aufführungen gelingen oder ob ein dauerhafter Geräuschpegel das Arbeiten und Verweilen anstrengend macht. Raumakustik befasst sich genau mit diesen Eigenschaften innerhalb eines Raumes, also der Ausbildung des Schallfeldes mit Nachhall, Sprachverständlichkeit und weiteren akustischen Parametern. Hierbei können sehr unterschiedliche Bauaufgaben aufeinandertreffen, vom denkmalgeschützten Altbau über das offene New-Work-Büro bis zum Kulturbau. Diese Beschreibung richtet sich an Architektinnen und Architekten, Planende, Bauherren und Betreiber, die einen Raum neu gestalten oder einen bestehenden Raum spürbar verbessern möchten.

Was Raumakustik im Innenraum bewirkt

Schall breitet sich in einem Raum nicht nur direkt von der Quelle zum Ohr aus, sondern wird von Wänden, Decke und Boden immer wieder zurückgeworfen. Diese Reflexionen überlagern das ursprüngliche Signal und klingen mit der jeweiligen Verzögerung ab. Das prägnanteste Maß dafür ist die Nachhallzeit, also die Dauer, bis der Schallpegel nach dem Verstummen der Quelle deutlich (um 60 dB) abgesunken ist. Ein zu langer Nachhall lässt Sprache verwaschen wirken und hebt den allgemeinen Geräuschpegel an, ein zu kurzer Nachhall kann einen Raum hingegen leblos und gedämpft erscheinen lassen.

Steuern lässt sich dieses Verhalten über schallabsorbierende, schallstreuende und reflektierende Flächen. Poröse Absorber wie textile Beläge, mikroperforierte Elemente oder spezielle Deckensegel entziehen dem Raum gezielt Schallenergie, während streuende Oberflächen für eine gleichmäßige Verteilung sorgen. Entscheidend ist, diese Maßnahmen auf die tatsächliche Nutzung abzustimmen, denn ein Tonstudio stellt andere Anforderungen als ein Klassenraum oder ein Empfangsbereich.

Normen und Richtlinien als Grundlage

Für die Hörsamkeit in Innenräumen ist in Deutschland vor allem die DIN 18041 maßgeblich. Sie definiert je nach Nutzungsart und Raumvolumen Sollwerte für die Nachhallzeit und unterscheidet zwischen Räumen für Kommunikation über mittlere und größere Entfernungen sowie Räumen, in denen vor allem der Schalldruckpegel begrenzt werden soll. Geht es um den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, ist die Arbeitsstättenrichtlinie ASR 3.7 maßgeblich, um für Arbeitgeber die Erfüllung der Anforderungen aus der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) zu gewährleisten. Für Mehrpersonen- und Großraumbüros liefert die VDI 2569 ergänzende Kriterien, etwa zur räumlichen Abnahme des Schalls und zur akustischen Trennung von Arbeitsplätzen.

Die messtechnische Grundlage für die Erfassung der raumakustischen Bedingungen bildet die DIN EN ISO 3382, nach der Nachhallzeit und weitere raumakustische Parameter, beispielsweise aus der Raumimpulsantwort, bestimmt werden. Eine gute Planung orientiert sich an den Normen, behandelt sie aber als Werkzeug und nicht als starres Korsett, sodass auch besondere gestalterische Ziele Raum behalten.

Typische Räume und Bauaufgaben

Mein Büro liegt in Berlin, betreut werden Projekte ebenso überregional. Die Aufgaben ähneln sich dabei oft. Gründerzeitliche Räume mit hohen Decken und harten Oberflächen sind akustisch anspruchsvoll und stehen häufig unter Denkmalschutz, der nur zurückhaltende Eingriffe zulässt. In Neubauten sorgen offene Grundrisse, Glas und Sichtbeton für lange Nachhallzeiten und einen hohen Grundschalldruckpegel. Ob Coworking, Gastronomie, Bildungseinrichtungen oder andere Nutzungen, jede Aufgabe verlangt eine eigene Antwort, die Nutzung, Gestaltung und Budget zusammenbringt.

Vom ersten Gespräch zum umsetzbaren Konzept

Am Anfang steht immer die Frage, wie ein Raum genutzt wird und wie er klingen soll. Bei bestehenden Räumen erfasst eine Messung den Ausgangszustand und macht das Problem nachvollziehbar. Daraus entsteht ein akustisches Konzept mit konkreten Maßnahmen, das sich bei Bedarf in einer 3D-Simulation überprüfen lässt, bevor gebaut wird. So werden Aufwand und Wirkung kalkulierbar, und die Akustik fügt sich als selbstverständlicher Teil in den architektonischen Entwurf ein, statt nachträglich gegen ihn anzuarbeiten.

Häufige Fragen

Was kostet eine raumakustische Beratung in Berlin?

Das hängt vom Umfang ab. Eine erste Einschätzung für einen einzelnen Raum ist deutlich günstiger als eine vollständige Planung mehrerer Räume mit Messung und Simulation. Leistungen lassen sich projektbezogen pauschal oder nach HOAI vereinbaren. Sinnvoll ist ein kurzes Gespräch über Raum, Nutzung und Ziel, daraus entsteht ein konkretes Angebot.

Wie wird die Nachhallzeit gemessen?

Die Nachhallzeit wird über die Raumimpulsantwort nach DIN EN ISO 3382 bestimmt. Dabei wird der Raum mit einem definierten Signal angeregt und der zeitliche Abfall des Schalls in mehreren Frequenzbändern ausgewertet. Aus der Messung können die Nachhallzeit und bei Bedarf auch weitere akustische Parameter bestimmt werden.

Welche Norm gilt für mein Projekt?

Für die Hörsamkeit in Innenräumen ist meist DIN 18041 maßgeblich, etwa in Schulen, Büros oder Versammlungsräumen. Für Mehrpersonenbüros wird ergänzend VDI 2569 herangezogen, am Arbeitsplatz zusätzlich ASR 3.7. Welche Norm im Vordergrund steht, richtet sich nach Nutzung und Raumgröße.

Lässt sich Raumakustik auch im Bestand nachrüsten?

Ja. Viele Projekte betreffen bestehende Räume, die zu hallig oder zu laut sind. Eine Messung erfasst den Ausgangszustand, darauf aufbauend lassen sich absorbierende Maßnahmen an Decke, Wand oder als freistehende Elemente gezielt und gestalterisch passend planen.

Wann sollte die Akustikplanung beginnen?

So früh wie möglich. Wird die Raumakustik bereits in der Entwurfsphase mitgedacht, lassen sich Maßnahmen elegant in die Architektur integrieren und Kosten niedrig halten. Eine spätere Korrektur ist möglich, aber meist aufwendiger und sichtbarer.

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